Ausschuss "Notfallmedizin und Simulation"

Ziele des Ausschusses

Als Teilnehmer der zweiten Kohorte des Postgraduierten-Studiengangs „Master of Medical Education“ (MME Deutschland) fand sich eine Kerngruppe zusammen, die sich im Bereich der notfallmedizinischen Lehre sowie in der simulatorgestützten Ausbildung engagiert.
Der interdisziplinäre Ansatz dieses Ausschusses wird durch die Zusammensetzung der Gründungsmitglieder – Vertreter der Inneren Medizin, der Unfallchirurgie und der Anästhesiologie – illustriert. Über die Grenzen der Fachdisziplinen hinweg sollen im Rahmen dieses Ausschusses innovative Konzepte, notwendige Rahmenbedingungen sowie potentielle Möglichkeiten für eine kontinuierliche Verbesserung und Optimierung der Ausbildungssituation in der Notfallmedizin ausgetauscht und diskutiert werden.
Kleingruppenunterricht mit Skilltraining, die Vermittlung und Einübung von Algorithmen sowie ein Teamtraining sollen im Mittelpunkt der praxisorientierten Kurse stehen. Schließlich können Erfahrungen über den Einsatz von Studierenden in der präklinischen Praxis ausgetauscht werden.
Im Rahmen der Simulatorinitiative der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) wurden 30 Anästhesiesimulatoren angeschafft und den deutschen Fakultäten zur Verbesserung der Lehre zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus beschäftigen sich auch andere klinische Fachgebiete (Innere Medizin und Unfallchirurgie) mit der Simulation in der Notfallmedizin. Der Bedarf an simulatorgestützten Kursen ist entsprechend hoch. Der Ausschuss „Notfallmedizin und Simulation“ soll als Plattform für den Austausch über simulatorgestützte Lehre dienen. Des Weiteren soll interdisziplinäre Ausbildungsforschung zu den Trainingseffekten am Simulator betrieben werden.
Ganz ausdrücklich laden wir alle in der Notfallmedizin und simulatorgestützen Lehre Engagierten und alle Interessierten ein, sich an dem gerade beginnenden Dialog zu diesen Themen zu beteiligen und bei der Gestaltung der Ausschussarbeit mitzuwirken.

1. Aktuelle Projekte

  • Erstellung eines Lernzielkataloges im Querschnittsbereich 8 – Notfallmedizin

Basierend auf den Ergebnissen der Status-Quo-Erhebung erarbeitet der Ausschuss einen Lernzielkatalog für den Querschnittsbereich Notfallmedizin, der inhaltlich als Zuarbeit für den Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkataloges Medizin zu sehen ist.

  • Beteiligung an der Erstellung eines Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkataloges Medizin (NKLM)

Der Ausschuss beteiligt sich im Rahmen dieser Initiative an der Erstellung des Arbeitspaketes 17 „Notfälle: Diagnostische und therapeutische Sofortmaßnahmen“.

2. Abgeschlossene Projekte

  • Status-Quo-Erhebung notfallmedizinischer Ausbildung an Medizinischen Fakultäten in der Bundesrepublik Deutschland

Der Ausschuss begann im Jahr 2006 mit der Erhebung des damaligen Status-Quo in Bezug auf die  notfallmedizinische Ausbildung an Medizinischen Fakultäten in der Bundesrepublik Deutschland. Die wesentlichen Ergebnisse wurden in einer Publikation zusammengefasst.

Beckers SK, Timmermann A, Müller MP, Angstwurm M, Walcher F. Undergraduate medical education in emergency medical care: Results of a nationwide survey at German medical schools. BMC. 2009; 9(1):7.

3. Ergebnisse des Ausschusses

Ausrichtung von Workshops und Sessions im Rahmen von Kongressen:

1. Session auf dem 1. Euregionalen Notfall-Kongress Aachen (07.09.2007)

Session zum Thema „Ausbildung in der Notfallmedizin“ mit folgenden Vorträgen und Referenten:

  • Ausbildung im Rettungsdienst, ein alter Hut? (Ralf Bischoni, Malteser Rettungsdienst-Schule, Aachen)
  • Stand Notfallmedizinischer Lehre an deutschen Universitäten (Dr. S. Beckers, Bereich Notfallmedizin, Klinik für Anästhesiologie, RWTH Aachen)
  • Simulationstraining in der Notfallmedizin: Möglichkeiten und Limitationen (Dr. M. Müller, Simulationszentrum ISIMED der Med. Fakultät TU Dresden)
  • Rettungsdienst-Praktikum: Ein Muss notfallmedizinischer Lehre? (PD Dr. F. Walcher, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Frankfurt/Main)

2. Session auf der Jahrestagung der GMA 2007 (17.11.2007)

Session zum Thema „QM in der Notfall- und Intensivmedizinischen Lehre“ mit folgenden Vorträgen und Referenten:

  • Notfallmedizinische Ausbildung an medizinischen Fakultäten in Deutschland (Dr. S. Beckers, Bereich Notfallmedizin, Klinik für Anästhesiologie, RWTH Aachen)
  • Simulatoren in der medizinischen Ausbildung – Wieviel High-Tech muss sein? (Dr. M. Müller, Simulationszentrum ISIMED der Med. Fakultät TU Dresden)
  • Wie prüft man notfallmedizinische Kompetenz? (PD Dr. F. Walcher, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum
  • Frankfurt/Main)
  • Notfallmedizinische Ausbildung für Studierende der Zahnmedizin: Zwei Pilotprojekte (Dr. S. Beckers, Bereich Notfallmedizin, Klinik für Anästhesiologie, RWTH Aachen)

3. Session auf der Jahrestagung der DIVI - Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (08.12.2008)

Session zum Thema „Trauma und Schwerverletztenversorgung in Forschung und Lehre“ mit folgenden Vorträgen und Referenten:

  • Stand der notfallmedizinischen Ausbildung an deutschen Fakultäten (Dr. S. Beckers, Bereich Notfallmedizin, Klinik für Anästhesiologie, RWTH Aachen)
  • Moderne Lehr-, Lern und Prüfungskonzepte (PD Dr. F. Walcher, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Frankfurt/Main)
  • TEAM-G: Das ATLS-Programm für Studierende in Deutschland (Prof. Dr. B. Bouillon, Klinik für Unfallchirurgie, Köln-Merheim)
  • High-End Simulation in Lehre und Ausbildung (Dr. M. Müller, Simulationszentrum ISIMED der Med. Fakultät TU Dresden)
  • Definitive Surgical Trauma Care (PD Dr. S. Flohé, Klinik für Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Düsseldorf)

4. Session auf der AKUT- Forum für Notfallrettung Bremen (27.08.2010)

Session zum Thema „Kommunikation und Simulation“ mit folgenden Vorträgen und Referenten:

  • Kommunikationstraining mit Full Scale Simulation (PD Dr. A. Timmermann, Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Göttingen)
  • Simulationspatienten in der Notarzt-Weiterbildung Beckers S. (Aachen) (Dr. S. Beckers, Bereich Notfallmedizin, Klinik für Anästhesiologie, RWTH Aachen)
  • TEAM-G als Grundlage für ein interdisziplinäres interprofessionelles Schockraumtraining (PD Dr. F. Walcher, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Frankfurt/Main)

5. Status-Quo-Erhebung notfallmedizinischer Ausbildung an Medizinischen Fakultäten in der Bundesrepublik Deutschland

Die Ergebnisse der Status-Quo-Erhebung zur notfallmedizinischen Ausbildung an Medizinischen Fakultäten in der Bundesrepublik Deutschland wurden in der folgenden Publikation zusammengefasst.

Beckers SK, Timmermann A, Müller MP, Angstwurm M, Walcher F. Undergraduate medical education in emergency medical care: Results of a nationwide survey at German medical schools. BMC. 2009;9(1):7.

6. Leithema-Artikel zur Studentischen Ausbildung in der Notfallmedizin: Überblick, Konzepte und Perspektiven

Leitthema-Artikel in dem Themenheft „Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Notfallmedizin“ der Zeitschrift Notfall & Rettungsmedizin zur notfallmedizinischen Ausbildung an Medizinischen Fakultäten.

Beckers SK, Müller MP,Timmermann A, Walcher F, Urban B, Angstwurm M. Studentische Ausbildung in der Notfallmedizin: Überblick, Konzepte und Perspektiven. Notfall Rettungsmed. 2009:12(5):354-359. (pdf-download kostenpflichtig)

Auftrag, Arbeitsplan, Zielgruppen

Auftrag

Als Teilnehmer der zweiten Kohorte des Postgraduierten-Studiengangs „Master of Medical Education“ (MME Deutschland) fand sich eine Kerngruppe zusammen, die sich im Bereich der notfallmedizinischen Lehre sowie in der simulatorgestützten Ausbildung engagiert.
Der interdisziplinäre Ansatz dieses Ausschusses wird durch die Zusammensetzung der Gründungsmitglieder – Vertreter der Inneren Medizin, der Unfallchirurgie und der Anästhesiologie – illustriert. Über die Grenzen der Fachdisziplinen hinweg sollen im Rahmen dieses Ausschusses innovative Konzepte, notwendige Rahmenbedingungen sowie potentielle Möglichkeiten für eine kontinuierliche Verbesserung und Optimierung der Ausbildungssituation in der Notfallmedizin ausgetauscht und diskutiert werden.
Kleingruppenunterricht mit Skilltraining, die Vermittlung und Einübung von Algorithmen sowie ein Teamtraining sollen im Mittelpunkt der praxisorientierten Kurse stehen.
Schließlich können Erfahrungen über den Einsatz von Studierenden in der präklinischen Praxis ausgetauscht werden. Im Rahmen der Simulatorinitiative der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) wurden 30 Anästhesiesimulatoren angeschafft und den deutschen Fakultäten zur Verbesserung der Lehre zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus beschäftigen sich auch andere klinische Fachgebiete (Innere Medizin und Unfallchirurgie) mit der Simulation in der Notfallmedizin. Der Bedarf an simulatorgestützten Kursen ist entsprechend hoch. Der Ausschuss „Notfallmedizin und Simulation“ soll als Plattform für den Austausch über simulatorgestützte Lehre dienen. Des Weiteren soll interdisziplinäre Ausbildungsforschung zu den Trainingseffekten am Simulator betrieben werden.
Ganz ausdrücklich laden wir alle in der Notfallmedizin und simulatorgestützen Lehre Engagierten und alle Interessierten ein, sich an dem gerade beginnenden Dialog zu diesen Themen zu beteiligen und bei der Gestaltung der Ausschussarbeit mitzuwirken.

Bedeutung und Aktualität des Ausschuss-Themas

Jeder Arzt und auch jeder Medizinstudierende, gleich welcher Fachrichtung, kann jederzeit mit einer Notfallsituation konfrontiert werden, in der von ihm zu Recht eine besondere Handlungskompetenz erwartet wird. Die 2003 aktualisierte Approbationsordnung für Ärzte etablierte mit dem sog.
„Querschnittsbereich 8“ die Notfallmedizin als einen interdisziplinären Teil des Medizinstudiums, dessen Bedeutung im Curriculum damit Rechnung getragen wurde.
An vielen Standorten wurden innovative Konzepte entwickelt und eingeführt, teilweise wurde aber auch aufgrund knapper materieller und personeller Ressourcen auf eine notwendige Aktualisierung oder Weiterentwicklung des Curriculums verzichtet. Hier kann die interdisziplinäre Arbeitsgruppe die Implementierung internationaler Richtlinien vereinfachen und fördern.
Die neu entstandenen Simulatorzentren, die über einen Anästhesiesimulator als kostenlose Leihgabe der DGAI verfügen, müssen diesen auch in der studentischen Lehre einsetzen. Da nicht nur die Etablierung neuer Kurse, sondern auch das Programmieren von Simulatorszenarien sowie der Betrieb und Unterhalt eines Simulatorzentrums sehr aufwändig sind, kann ein Austausch - beispielsweise über den GMA-Ausschuss - dazu beitragen, Ressourcen zu sparen.

Konkrete Aufträge des Ausschusses

  • Status-Quo-Erhebung notfallmedizinischer Ausbildung an deutschsprachigen Fakultäten
  • Erstellung eines Kerncurriculums mit Definition ärztlicher Kernkompetenzen im Bereich der Notfallmedizin
  • Erstellung eines Lernzielkataloges im Querschnittsbereich 8 – Notfallmedizin
  • Erstellung einer Empfehlung zur Qualifizierung von Ausbildern in der notfallmedizinischen Ausbildung und der simulatorgestützten Lehre
  • Etablierung eines Kommunikationsforums für Lehrende in der Notfallmedizin und Simulation
  • Forschungsprojekte zur notfallmedizinischen bzw. simulatorgestützten Lehre
  • Ausrichtung von Workshops (z.B. im Rahmen der Jahrestagung der GMA) zu den Themengebieten des Ausschusses

Bestands- und Bedarfsanalyse

Derzeit wird eine Fragebogenstudie an allen medizinischen Fakultäten in Deutschland durchgeführt, um eine Status-Quo-Erhebung zum Stand der Lehre im Querschnittsbereich Notfallmedizin zu generieren.

Zielgruppen

  • alle medizinischen Fakultäten im deutschsprachigen Raum
  • Rettungsdienstschulen
  • Krankenpflegeschulen
  • akademische Lehrkrankenhäuser, die notfallmedizinische Ausbildung betreiben

Geplante Stellungnahme(n)/Empfehlung(en) der GMA

  • Publikation der Statuserhebung auf europäischer Ebene
  • Erstellung eines Kerncurriculums
  • Erstellung eines Lernzielkataloges

Art der Veröffentlichung

(GMA-Seiten; GMS Z Med Ausbild; Pressemitteilung; Medienkanäle; Drucksachen verteilen; Faltblatt; Fakultäten; Politik)

  • Empfehlungen zum Kerncurriculum auf GMA-Seiten und in der GMS Z Med Ausbild

Aktuelle Umfrage

Die aktuelle Umfrage "Erhebung der Lehrsituation der notfallmedizinischen Ausbildung an Universitätskliniken in der Bundesrepublik Deutschland" des Ausschusses "Notfallmedizin und Simulation" kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Bitte senden Sie die Umfrage nach dem Ausfüllen zurück an den Stv. Vorsitzenden Dr. med. Stefan Beckers, Fax: 0241/80-82304, ePost: sbeckers@ukaachen.de.