gma gif
Deutsch (DE-CH-AT)English (United Kingdom)

Login

    Docendo discimus.
    Durch Lehren lernen wir.
    Seneca

    Tagungskalender

    September 2010
    S M T W T F S
    29 30 31 1 2 3 4
    5 6 7 8 9 10 11
    12 13 14 15 16 17 18
    19 20 21 22 23 24 25
    26 27 28 29 30 1 2
Home GMA Archiv Jahrestagungen Berlin 2004 Workshop Protokolle Workshop 8

Workshop 8GMA-Tagung in Berlin 8.-10.10.2004 Abschlussbericht zum Workshop 8

„Planung von fächerübergreifendem und problemorientiertem Unterricht nach Vorgaben der neuen ÄAppO in Regel- und Modellstudiengängen“

Im Workshop wurden die Besonderheiten bei der Planung fächerübergreifenden und problemorientierten Unterrichtes im Rahmen der Neuen Approbationsordnung diskutiert.

Begriffsklärung / Definition

Fächerübergreifender Unterricht wurde differenziert in die (1) horizontale Verknüpfung (z.B. integrierte Kursplanung innerhalb der vorklinischen Fächer oder Planung von Querschnittsbereichen) und (2) vertikale Verknüpfung von Fächern (z.B. Seminare mit klinischen Bezügen).

Ferner wurde (a) die inhaltliche Absprache von Fächern untereinander bei erhaltener Fachsystematik von (b) durch verschiedene Fachbereiche im Detail gemeinsam geplante und durchgeführte Lehrveranstaltungen als unterschiedliche Ausprägungen fächerübergreifender Planung definiert.

Problemorientierter Unterricht im Sinne der Approbationsordnung wurde verstanden als thematischer Bezug einer Lehrveranstaltung an einer definierten, den Berufsalltag eines Absolventen entsprechenden Fragestellung, die z.B. eine Patientengeschichte oder eine wissenschaftliche Forschungsaufgabe sein kann. Das problemorientierte Lernen (POL) stellt hierbei eine mögliche Facette des problemorientierten Unterrichtes dar, andere Möglichkeiten sind die Integration von Patienten in eine Vorlesung / Seminar, Hospitationen etc.

Teilnehmerbeiträge

Im Workshop wurden zahlreiche Beispiele für einen gelungenen fächerübergreifenden und problemorientierten Unterricht vorgestellt (vgl. Abstracts), die sich mit horizontaler und vertikaler Verknüpfung aus Stoffgebieten, Fächern und Querschnittsbereichen in Regel- und Reformstudiengängen befassten.

Curriculum und Ausbildungsziele

Curriculare Rahmenbedingungen sind entscheidend für den sinnvollen Einsatz von fächerübergreifendem Unterricht. Hierbei ist darauf zu achten, Fachbereiche selbstbestimmt miteinander zu verknüpfen, d.h. Fachbereiche müssen eine gemeinsame Vision und einen Mehrwert im fächerübergreifenden Unterricht erkennen. Dieser Mehrwert sollte bei der Formulierung gemeinsamer übergeordneter Ausbildungsziele („Visionen“ oder „Outcomes“) erkennbar werden. Hierbei sollten auch die im Unterricht zu behandelnden Problemfelder deutlich werden, damit detaillierte Ausbildungsziele formuliert und aufeinander abgestimmt werden können.

Lehr- und Lernformen

Für fächerübergreifenden und problemorientierten Unterricht eignen sich insbesondere solche Lehr- und Lernformen, die den Studierenden ein hohes Maß an Gestaltung und Aktivität abverlangen (aktives Lernen). So wurden im Workshop unterschiedliche Beispiele präsentiert (interaktive Seminare, Hospitationen, studentische Arbeitsgruppen etc.).

Prüfungen

Differenziert wurde die Zusammenstellung unterschiedlicher Fachfragen in einer integrierten Prüfung (z.B. MEQ, MCQ oder OSCE) von der mehrere Fachbereiche überspannenden Aufgabenstellungen innerhalb einer Prüfung (z.B. Triple Jump, Portfolio oder OSCE).

Erstere bilden die Minimalvoraussetzung für die integrierten Prüfungen nach neuer AO, über die Einsatzfähigkeit (und Notwendigkeit) von fächerübergreifenden Fragestellungen innerhalb einer Prüfung existierten divergente Meinungen.

Zur problemorientierten Prüfung bietet sich eine Fallvignette als Einleitung oder Rahmen zu einer Prüfungsfrage an.

Evaluation

Im Rahmen der Evaluation sollte deutlich werden, ob fächerübergreifender Unterricht einen echten Mehrwert zur Vermittlung komplexer Zzusammenhänge in der Medizin darstellen.

Fazit

Planung und Durchführung fächerübergreifenden und problemorientierten Unterrichts erfordert Umdenken und Kompromissfähigkeit bei Dozenten und Studierenden. Studierende sind als Partner im Lehr- und Lernprozess anzusehen.

  • Curriculare Rahmenbedingungen müssen eine Balance zwischen Faszination des Faches und horizontaler sowie vertikaler Integration darstellen.
  • Ausbildungsziele betonen Anwendung und Verknüpfung von Fachwissen.
  • Neue, aktivierende problemorientierte Lernformen unterstützen fächerübergreifendes Lernen: Hospitation, Team-Teaching, Laiendozenten, Patientenvorstellung, Seminare mit verteilten Rollen, …
  • Interdisziplinäres Prüfen muss in Bereichen mit interdisziplinärer Vorgangsweise angestrebt werden. Es ist mehr als die Aneinanderreihung von Aufgaben verschiedener Fächer. Der Aufwand muss aber in Relation zum Nutzen gesehen werden.

(T. Schäfer, B. Huenges)