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Home GMA Archiv Geschlossene GMA-Ausschüsse Medizinische Ausbildung und Bologna-Prozess Zielsetzungen

Zielsetzungen

Im Jahr 1999 unterzeichnete eine Anzahl von für Kultur und Erziehung verantwortlichen Politikern aus 29 Europäischen Staaten die Deklaration von Bologna. Leitgedanke dieser Erklärung war, dass der Prozess der europäischen Harmonisierung und Kooperation nicht auf den wirtschaftlichen und politischen Bereich beschränkt sein dürfe, sondern auch auf dem Gebiet Bildung, speziell der universitären Ausbildung verwirklicht werden müsse. Seither haben in zweijährigem Abstand Folgekonferenzen stattgefunden (Prag 2001, Berlin 2003), auf denen sich weitere Länder dem Prozess angeschlossenen haben (inzwischen sind es 44 Staaten), und sich die Teilnehmenden über die Umsetzung Rechenschaft gaben sowie die Deklaration von Bologna erweiterten: Aus der Bologna-Deklaration war der Bologna-Prozess geworden.

Im Zuge dieses Prozesses sind in Deutschland wie in ganz Europa bereits zahlreiche Studienreformen durchgeführt wurden, die sich an den Leitlinien der Bologna Deklaration orientierten. Eine Ausnahme von diesem starken europäischen Trend, der die Bildungslandschaft bereits jetzt tiefgreifend verändert hat, bildet bislang die medizinische Ausbildung, wo der Prozess bei den Verantwortlichen in Ministerien, Universitäten und Fakultäten nur wenig Resonanz auslöste. Spätestens seit dem Jahr 2004 aber wird der Bologna Prozess auch im Hinblick auf die medizinische Ausbildung intensiver diskutiert, und die an der Medizinischen Ausbildung beteiligten Gruppen sind verstärkt aufgerufen, Position zu beziehen. Die bislang oft gehörte, einfache Formel, der Bologna Prozess sei auf das Medizinstudium nicht anwendbar, wird dabei der Realität der Medizinischen Ausbildung und Forschung, die von europäischer Mobilität und Kooperation auf vielen Ebenen geprägt ist, nicht gerecht.

Die GMA hat darum auf ihrer Jahrestagung im Oktober 2004 die Gründung eines Ausschusses angeregt, mit dem Auftrag, ein Positionspapier mit Vorschlägen / Empfehlungen zur Umsetzung des Bologna-Prozess für die Medizinische Ausbildung zu erarbeiten, das den Entscheidungsträgern in Ministerien, Universitäten und Fakultäten als Grundlage für die Planung und Umsetzung dienen soll.

Primäres Ziel der Ausschussarbeit ist, dieses Positionspapier auf der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung an der GMA-Tagung in Münster vorzustellen und als Empfehlung der GMA verabschieden zu lassen. Neben diesem Positionspapier, das für einen breiteren Leserkreis zu ausführlich sein wird, soll ein stark verdichtetes Thesenpapier von ca. einer Seite Umfang erstellt werden, das die Kernthesen zusammenfasst und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.